Gespräch mit Lydia Reinwarth, Leiterin des Projekts "Demokratie gewinnt" bei der Diakonie Mitteldeutschland

Shownotes

Dort berät sie Mitarbeitende diakonischer Einrichtungen, z.B. wenn sie diskriminiert werden. Und sie ist innerhalb des Projekts zuständig für die Fortbildung zur Demokratieberaterin bzw. zum Demokratieberater. Was genau sich dahinter verbirgt, was die Teilnehmenden dort lernen und wie sie danach aufgestellt sind, darüber haben wir mit Lydia Reinwarth gesprochen. Thema im Podcast ist natürlich auch die Landtagswahl am 6. September in Sachsen-Anhalt und die Frage, was ein Erfolg der AfD für Projekte wie "Demokratie gewinnt" bedeuten könnte...

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00:00:02: Gerührt und geschüttelt.

00:00:06: Ein Podcast der evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

00:00:11: Herzlich willkommen zu unserer neuen Podcast Ausgabe, gerührt undgeschüttelten!

00:00:16: Mein Name ist Solva Graal und unser Gast ist heute Lydia Rheinbad.

00:00:21: Sie ist in Sachen Demokratie unterwegs kann man sagen und zwar als Leiterin des Projekts Demokratie Gewinn

00:00:27: bei der Diakonie

00:00:28: Mitteldeutfland.

00:00:29: In diesem Projekt geht es um Beratung von Mitarbeitenden, zum Beispiel wenn sie diskriminiert werden.

00:00:35: Es werden Themen bezogene Materialien mitentwickelt und es gibt eine Fortbildung Demokratieberaterinnen und Demokratie-Berater.

00:00:45: was genau sich dahinter verbirgt und warum das ganze Projekt gerade in diesem Jahr vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wichtig ist darüber wollen wir mit Lydia Reinhard heute sprechen.

00:00:55: herzlich willkommen bei uns!

00:00:56: Danke für die

00:00:57: Einladung.

00:00:58: Frau Reinhard, Sie sind beruflich in Sachen Demokratie unterwegs.

00:01:04: Ganz persönlich gefragt, warum ist Ihnen denn Demokratie wichtig?

00:01:08: Warum leben Sie gerne in einer Demokratie?

00:01:11: Demokratie ist mir persönlich wichtig, weil es mich als Individuum am politischen und gesellschaftlichen Geschehenteil haben lässt.

00:01:19: Also, ich kann meine Meinung frei äußern.

00:01:21: Ich habe Rechte und Freiheiten die mir in anderen Lebens- und Regierungsformen nicht ermöglicht werden würden.

00:01:29: Da ich Demokratie auch nicht nur als Regierung, sondern auch als Lebensform verstehe, fasse ich mich selber auch als ein Teil einer Gesellschaft auf in der ich miteinander und zusammenleben gestalten und mitbestimmen kann.

00:01:44: Ich kann Themen die mir wichtig sind, die mich bewegen in eine demokratischen Gesellschaft einbringen.

00:01:50: Ich kan sie fokussieren, ich kann sie in einem gesellschaftlichen Kollektiv auch setzen und mit einbringen.

00:01:59: Und das finde ich persönlich ist einfach ein sehr hohes Gut, was ich sehr schätze.

00:02:04: Und abgesehen von dieser individuellen Ebene bin ich auch der festen Überzeugung dass genau diese Rechte und Freiheiten jedem Individuum in unserer Gesellschaft ermöglicht werden sollten.

00:02:15: Das ist auch der Grund warum ich mich dafür einsetze, dass wir demokratisches Miteinander zum einen stärken aber perspektivisch erhalten können.

00:02:24: Sie machen das ja jetzt Beruflich sind sehr viel mit demokratiedemokratischen Fragen, Demokratiebildung beschäftigt.

00:02:34: Haben Sie das schon immer in Ihrer beruflichen Laufbahn gemacht?

00:02:38: Sie sind jetzt noch recht jung aber waren sie vorher damit beruflich auch schon befasst?

00:02:43: Ja tatsächlich begleitet mich das Thema Demokratie schon meiner ganzen Berufslaufbahn weil ich es im Studium schon als Fokus gesetzt habe.

00:02:51: Also, ich hab mich am Studium viel mit Demokratiebildung aus pädagogischer Sicht befasst und hab dort verschiedenste Facetten die sich um Demokratiebildung drehen immer wieder mit angeschaut und hab auch nach meinem Abschluss mich darum bemüht genau diesen Teil in meine Arbeit mit einbringen zu können und hab nach dem Studium erst mal in den Freiwilligendiensten gearbeitet, weil es mir dort möglich war genau dieses Thema zu setzen.

00:03:16: Erlebbar zum Machen, zu gestalten mit jungen Menschen die irgendwie Infindungsphasen sich bewegen, wo ich das für wahnsinnig wichtig halte.

00:03:24: Ich bin jetzt vor ungefähr einem Jahr in die Projektleitung Demokratie gewechselt.

00:03:31: Also immer Jobs gemacht, wo Demokratie, Demokratieförderung und Demokratiebildung eine große Rolle für mich gespielt hat.

00:03:38: Was war das für ein Studium?

00:03:39: Als Sie es gerade erwähnt haben?

00:03:40: Ich habe soziale Arbeit studiert mit einem Schwerpunkt auf Demokratie-Bildung aus der Perspektive von rechten Identitätstheorien, divientum Verhalten und dann aber auch politische Bildung als Radikalisierungsprävention.

00:03:56: Also sind Sie genau die Richtige auf diesem Platz?

00:03:59: Das verklingt zumindest also mit viel Erfahrung und viel beruflichem, aber auch persönlichen Interesse an diesem Thema.

00:04:08: Sie haben gesagt, sie sind jetzt seit circa einem Jahr auf dieser Stelle bei der Diakonie Mitteldeutsch.

00:04:13: Und was hat sie da gereizt?

00:04:14: Warum haben sie sich dafür entschieden, auf diese Stelle zu gehen?

00:04:19: Mich hat dieser Stellenwechsel gereizт, weil es für mich der Schritt wäre, mich wirklich vollständig dem Thema Demokratieförderung widmen zu können.

00:04:28: Auf meiner Stelle vorher war es ein Thema, das mich begleitet hat – das war aber nie der Hauptfokus und etwas, was ich eher ... in dieses Tagesgeschehen mit habe einfließen lassen und ich hab immer so den Wunsch danach verspürt, mich dem Thema Demokratie-Demokratieförderung voll und ganz widmen zu können.

00:04:45: Dass als die Stelle frei geworden ist, ist für mich überhaupt keine Frage war, mich zu bewerben gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Lage wo.

00:04:53: ich denke es ist wichtiger denn je dass wir uns damit beschäftigen wie wir demokratische Gesellschaft gestalten können dort mit meiner Vorgeschichte mich auf diese Stelle zu bewerben und das, was ich mitbringe dann auch einbringen zu

00:05:05: können.

00:05:07: Das heißt, dass was in den vergangenen Jahren in Deutschland zu beobachten ist, dass es immer mehr Menschen offensichtlich gibt die das Vertrauen in Demokratie verloren haben, die vielleicht sogar nach mehr Autorität sich sehen warum auch immer?

00:05:25: Das hat schon eine Rolle für sie auch gespielt auf diese Stelle zu bewerben?

00:05:30: Ja, das spielt für mich auf jeden Fall eine Rolle.

00:05:32: Weil auch eine persönliche Überzeugung da natürlich mit drin steckt wenn man so einen Job macht und gerade in solchen Zeiten auch in so einem Job bleibt und den mit Überzeugungen durchführt.

00:05:45: Das ist für mich natürlich eine Rolle.

00:05:47: spielt in der Zeit wo ich sehe dass demokratisches Mitten immer herausfordernder wird, dass es Teile der Gesellschaft gibt die Tatsächlich auch Demokratie in dem Sinne nicht mehr befürworten, aus welchen Gründen auch immer dort tatsächlich sich zu engagieren.

00:06:04: Mit so einer Stelle hat man natürlich einen anderen zeitlichen Umfang als das nur privat zu tun da wirklich nochmal gesellschaftliche Strukturen zu stärken und das heißt wir gehen in diakonische Einrichtungen.

00:06:15: Das ist ein Anknüpfungspunkt der eine große Wirkung

00:06:19: haben kann.

00:06:20: Wie kann man sich das konkret vorstellen?

00:06:23: Morgen gehen wir in das Pflegeheim XY, wo die Diakonie Träger ist und haben dort einen Termin mit Mitarbeitenden.

00:06:32: Und reden mit denen über ihre Erfahrungen was Diskriminierung zum Beispiel am Arbeitsplatz angeht.

00:06:41: oder

00:06:41: wie kann man es sich konkret vorstellen?

00:06:44: Ich würde bei der Demokratieberatung zwei Dinge gerne unterscheiden wollen.

00:06:47: Das eine ist die Beratung, die ich aus Position des Projektes herausmache und das andere ist die beratung der Demokratienberater innen.

00:06:55: Da gibt es schon nochmal Unterschiede welche Anfragen dort auch ankommen.

00:07:00: Bei mir als Projektleitung kommen in der Regel Einzelfallanfragen an.

00:07:05: Also einzelne Personen, die Mitarbeiterinnen diakonischen Strukturen sind Problemlagen erleben, wo sie keine Umgangsformen mit haben.

00:07:14: Also ein Beispiel ist eine Mitarbeiterin die sich an mich gewendet hat.

00:07:19: Sie arbeitet in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen und hatte die Herausforderung dass die Beschäftigten zum Teil rechtsextremistische Symboliken oder Kleidung genutzt haben.

00:07:31: Und sie gesagt hat ich als pädagogische Leitung von diesem Bereich weiß überhaupt nicht, wie ich darauf reagieren soll oder wie ich mit diesen Beschäftigten umgehen kann.

00:07:42: Haben sie irgendwie Kapazitäten mir da weiter zu helfen?

00:07:45: Und dann gehe ich mit denen in Einfüllberatungsgespräch.

00:07:47: das ist ein eins-zu-eins Setting und wir schauen uns die Situationen und die Herausforderung an und erarbeiten verschiedene Handlungsstrategien, wie man das angehen könnte.

00:07:57: Ich hatte auch schon Anfragen aus dem kirchlichen Bereich.

00:08:00: Und das sind aber weniger direkte Diskriminierungserfahrungen, sondern eher Erfahrungen, dass bestimmte demokratische Prozesse nicht mehr möglich sind.

00:08:10: oder ich hatte einen Fall da war es nicht mehr mit einer Veranstaltung, die sehr klar Demokratie im Titel hatte die im kirchlichen Räumen durchzuführen, weil es eine ganz große Unsicherheit seitens des Gemeindekirchenrates gab.

00:08:24: Ob man das jetzt noch machen kann oder nicht?

00:08:26: Und da hatte sozusagen die Kirchengemeinde dann Vorbehalte oder hatte Angst... dass das zu Protesten führen kann oder zumindest zur Streit- oder Spaltung?

00:08:37: Genau, und auch zu Unruhen unter den Gemeindenmitgliedern.

00:08:40: Weil natürlich auch in Gemeinden ganz unterschiedliche Facetten von Haltungen vertreten sind Und Kirchengemeinden dort gerade eine sehr große Herausforderung haben.

00:08:48: Also diese Herausforderung ist auch real würde ich sagen und zwar wie positioniere Ich mich oder was führe ich für Veranstaltungen durch und wie gehe ich innerhalb einer Gemeinde damit um?

00:09:00: Und ich aus meiner Haltung heraus würde jetzt natürlich immer sagen, wir als Kirche müssen uns positionieren.

00:09:05: Wir als Diakonie haben einen Auftrag der ganz klasse Vielfalt an Menschenwürde geht.

00:09:10: das heißt es darf eigentlich gar nicht infrage stehen ob so eine Veranstaltung stattfindet oder nicht.

00:09:16: aber für einer kirchengemeinde oder auch ne gemeindeleitung die sich nicht tagtäglich damit beschäftigt die vielleicht selber noch gar nicht Für sich diese Haltung reflektiert hat, wo stehe ich?

00:09:25: Wie verbinde ich vielleicht auch ein christliches Leitbild oder mein christlichen Glauben mit einer potentiellen zivilgesellschaftlichen Handeln.

00:09:33: Ich würde es nicht mal politisch nennen.

00:09:34: Dann wird das natürlich schwieriger, darin zu agieren und Entscheidungen zu treffen.

00:09:38: Und in solchen Situationen wenn's dort zu Unsicherheiten kommt oder auch zu Spannungen weil sich jemand ausgeladen fühlt... kann man bei uns anfragen und hat halt die Möglichkeit, dass wir gemeinsam auf so eine Situation drauf gucken.

00:09:50: Und genau mit dem fachlichen Hintergrund den wir halt mitbringen weil wir die Zeit haben und die Expertise sonst damit zu beschäftigen.

00:09:57: Zu schauen was gibt es für Möglichkeiten wie kann man aufeinander zugehen?

00:10:01: Wie kann man ins Gespräch gehen?

00:10:02: Was sind mögliche Argumente, die man für sich auch einbringen kann?

00:10:08: Genau das sind Beratungstätigkeiten, die so im eins zu eins Setting stattfinden

00:10:12: klingt aber auch ein bisschen nach Mediation hatte sowas Geht das so ein bisschen in die Richtung, dass sie da als Mediator zwischen verschiedenen Gruppen auftreten?

00:10:21: Also im Prozess Begleitungen im weitesten Sinne schon.

00:10:26: Also wenn es wirklich um eine Einrichtung geht, wo zum Beispiel erst mal ein Leitungskreis eine Zielsetzung formulieren muss.

00:10:31: Dann ist ja auch so ein Leitungskreis divers und dann kommt da ganz unterschiedliche Haltungen rein.

00:10:35: Und da ist dann die Frage was ist denn der gemeinsame Nenner?

00:10:38: Wo wir hin wollen und natürlich immer die Perspektive mit reinzubringen.

00:10:43: welche Haltung bringt dann auch unser Leitbild mit.

00:10:46: Es ist ja immer wieder durch dieses Diakonie-Label, das wir tragen einen Leitbuild dahinter, bestimmte Haltung.

00:10:57: Also eigentlich ist es ja ein klares Leitbild.

00:10:59: Das ist ein Leitbuild von ganz klar Menschenwürde, es ist orientiert am Evangelium und eigentlich ist das ja klar.

00:11:05: also man fragt sich vergessen dass die Leute teilweise wissen sie's nicht oder sind sie irgendwie also die sozusagen sich von demokratischen Grundsätzen entfernen nennen was mal so?

00:11:18: Oder

00:11:18: haben die keine Lust mehr auf Demokratie?

00:11:22: Was dort im Einzelnen vor sich geht, das kann ich überhaupt nicht beurteilen.

00:11:26: Also ob das jetzt eine reine Demokratieverdrossenheit ist oder vielleicht auch... vergisst, wo man herkommt oder was der eigene Handlungsgrundsatz ist.

00:11:38: Das kann ich nicht gut beurteilen.

00:11:40: in diakonischen Einrichtungen muss man halt immer beachten dass es auch eine konfessionslose Mitarbeiterenschaft gibt.

00:11:47: also wir haben nicht mehr den Fall das in diaconische Einrichtung und ausschließlich Menschen arbeiten die sich dafür entschieden haben im diakonianischen Dienst zu stehen sondern wir sind halt auch schlichtweg ein normaler Arbeitgeber.

00:12:02: Und ich glaube, dass dieses Leitbild und die Grundhaltung wo wir jetzt vielleicht sagen würden na das ist doch total klar und logisch in dem Sinne gar nicht bekannt oder mindestens nicht verinnerlichtes.

00:12:15: Und dass man deshalb diesen Schluss so glaube ich gar nichts ziehen kann warum es in kirchlichen Strukturen auch diese Herausforderungen gibt und es Leute gibt die sagen Na ja zu schlimm sind doch rechte Haltungen gar nicht.

00:12:27: Das erklärt sich mir tatsächlich nur schwer.

00:12:31: Sie haben eben erzählt von dem Fall, wo eine Mitarbeiterin berichtet hat, dass die Mitarbeiter mit rechtsextremen Symbolen oder Klamotten rumlaufen.

00:12:45: Wenn man das so hört, könnte man sagen da ist die Antwort ja eigentlich sehr einfach geht nicht.

00:12:53: entweder ihr legt das ab oder das war es hier bei uns.

00:12:56: Ja, ich muss eine kleine Sache korrigieren.

00:12:58: Es geht nicht um Mitarbeiter im Sinne von Mitarbeitenden einer diakonischen Einrichtung sondern um behinderte Beschäftigte in einer Werkstatt.

00:13:08: Das heißt es ist nur ein Arbeitnehmer ähnliches Verhältnis was immer auch einen pädagogischen und pflegerischen Auftrag mit hat Und dort natürlich immer wieder die Frage dann auch reinkommt Ist das jetzt ein Nacherzählen?

00:13:24: wo man herkommt, weil man das da hört.

00:13:26: Wer sucht auch die Klamotten für die Beschäftigten aus?

00:13:29: Also es ist ein selbstbestimmtes Auswählen und geht es eher darum in eine Auseinandersetzung zu gehen aufzuklären, das Gespräch zu suchen von... Was ist denn dein Beweggrund, dass du dich hier so äußerst kannst?

00:13:44: Du das überhaupt einordnen und dann im nächsten Schritt natürlich auch aufzuklären.

00:13:49: Wenn man das tatsächlich als behinderte Person befürwortet was hat es denn für Konsequenzen?

00:13:54: für mich?

00:13:55: also kann ich tatsächlich befürwarten was rechtsextreme Strömungen wollen weil eigentlich hat das für mich einen totalen Nachteil.

00:14:03: und gerade auf dieser Ebene auch das im weitesten Sinne pädagogischen Auftrag ist der dahinter steht kann man in dem Fall finde ich halt nicht sagen, okay wenn du das trägst musst du die Einrichtung verlassen.

00:14:15: Es gibt für mich Argumente dafür dass so zu Hand haben aber es gibt für mei auch Argumenten dafür ist anders zu handhaben und das ist tatsächlich immer wieder ein individuelles Anschauen von wie verfestigt sind Haltungen?

00:14:27: Sind das selbst erlangte Überzeugungen oder ist das was nacherzählt dem man etwas entgegensetzen kann?

00:14:33: also auch das ist natürlich ein demokratiefördernder Auftrag.

00:14:37: Ich will mit dir nichts zu tun haben, sondern die Frage ist ja wo können wir ins Gespräch gehen.

00:14:45: Wo haben wir noch Möglichkeiten zu überzeugen?

00:14:47: und ich unterscheide persönlich da immer Zielgruppe also wer sitzt mir gegenüber?

00:14:52: Und natürlich wenn das jetzt eine absolut recht extrem gefestigte Meinung oder vielleicht sogar ein Parteifunktionär wäre, wäre das für mich immer die richtige Lösung zu sagen hier läuft ne Grenze und die Wahrscheinlichkeit dass sich diese Person überzeugen kann geht kein Null Die ist

00:15:06: gesichert und so.

00:15:08: Sondern dann halt zu gucken, aber wo habe ich denn noch Wirkräume in die ich reingehen kann?

00:15:13: Und auch Menschen, die dort halt nicht wissen wie sie da reingehend können zu unterstützen und zu befähigen eine Sprachfähigkeit zu erlangen.

00:15:21: Das war sozusagen die Beratungsangebote, die Sie selber machen.

00:15:26: ein anderer Teil dieses... Von Demokratie gewinnt ist die Ausbildung von Menschen zu sogenannten Demokratieberaterinnen und Demokratie-Beratern.

00:15:38: Wer bewirbt sich für diese?

00:15:39: Das ist ja eine Fortbildung, die sie anbieten als Diakonie Mitteldeutschland.

00:15:44: Wer bewirbt sich?

00:15:45: Also die Ausbildung ist ausgeschrieben für ehrenamtliche und hauptamtliche Personen in diakonischen und kirchlichen

00:15:51: Einrichtungen.

00:15:53: Das heißt, es bewerben sich natürlich erst mal Menschen, die aus diesen Strukturen kommen Und in der Ausschreibung legen wir immer noch einmal nahe dass das Menschen sind, die auch in dem Bereich als Multiplikatoren entwirken können also die das jetzt nicht nur für sich machen sondern die auch die Möglichkeit aufgrund ihrer Stelle haben das dann zu Leben weiterzutragen in Strukturen einzubringen.

00:16:13: Und die Menschen, die sich bewerben sind engagierte Personen aus dem Bereich der EKM und Menschen, denen spüren, dass sie sich im demokratischen Miteinander oder generell im zivilgesellschaftlichen Zusammenleben positionieren wollen, dass Sie sich einbringen wollen, in den Entwicklungen, die wir gesellschaftlich gerade haben etwas demokratisches entgegensetzen wollen und sagen ich brauche dafür noch ein bisschen Handwerkszeug.

00:16:43: Ich brauche da für ein bisschen Wissen, ich brauch dafür noch einen paar Methoden und die sich dann bei uns anmelden um dort einfach nochmal eine Stärkung, eine Weiterbildung zu erfahren um genau das dann im meistens eher ländlichen und strukturschwachen Raum auch umsetzen

00:16:56: zu können.

00:16:58: Dann kommen wir doch konkret zu dieser Fortbildung.

00:17:00: Wenn ich mich da anmelde, um jetzt ein Berater für Demokratie und demokratische Prozesse zu werden ... Was lerne ich da ganz konkret?

00:17:09: Was bekomme ich an die Hand?

00:17:10: Wir bilden aus in vier Modulen und einer Praxiswerkstatt.

00:17:14: Das sind insgesamt elf Ausbildungstage.

00:17:17: Und es ist eine Kombination aus Wissensvermittlung und Methoden.

00:17:21: Bei Wissen geht das sehr viel um Demokratieförderung Aber auch wissen zu Rechtsextremismus, zu gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit.

00:17:34: Zu Diskriminierungsformen also quasi auch Wissen über antidemokratische Strukturen Tendenzen zu haben und machen aber auch inhaltlich Dinge zu sowas wie Konfliktbewältigung, Konfliktanalyse.

00:17:50: weil Das, was dort ja passiert, wenn wir uns auch antidemokratische Überzeugungen anschauen ist es entstehen Konflikte.

00:17:56: Das heißt die werden auch darin ausgebildet zu schauen, wenn ein Konflikt solche Art entsteht.

00:18:02: wie kann ich denn diesen konflikt auch bewältigen dass es danach wieder ein Zueinander kommen gibt?

00:18:08: Dass das eine Annäherung geben kann weil ich gar nicht immer sagen würde Es bleibt dann in dieser Spaltung und es gibt hier einen und die anderen.

00:18:16: Sondern es geht ja auch darum zu schauen Was sind vielleicht ähnliche Ängste, die uns bewegen wo wir zu unterschiedlichen Schlüssen kommen?

00:18:23: Was sind Strategien das wir uns wieder gegenseitig zuhören können und nicht sofort in so eine Ablehnung geraten.

00:18:29: Und genau solchen Dingen werden die ausgebildet.

00:18:32: auf einer Wissesebene und methodisch gibt es dann Beratungsansätze ganz Zentralsystemische Beratungen als Methode Menschen beraten zur Seite zu stehen Moderationstools bis hin zu Mediation, also es geht dann ja manchmal auch ineinander über.

00:18:53: Das haben Sie vorhin auch so gesagt, grenzt das nicht eigentlich fast daran und dass am Ende ein Zusammenwirken von Methodik und Wissen entstehen kann.

00:19:06: Diese Praxiswerkstatt ist Dazu gedacht, dass innerhalb der Ausbildung zeitlicher Rahmen möglich ist.

00:19:13: Wo die Teilnehmer überlegen, wo sie das wissen, was sie dort mitnehmen in ihren Einrichtungen im kleinen Praxisprojekt umsetzen können und da können Sie ganz frei gucken, in welcher Einrichtung bin ich oder in welchen ehrenamtlichen Strukturen bin ich?

00:19:25: Was wird da gerade vielleicht auch gebraucht?

00:19:27: Was nehme ich jetzt gerade neu mit, was ich dort vielleicht auch gerne testen möchte wie kann ich es umsetzten?

00:19:33: Und da gibt es eine Praxiswerkstatt, wo das mit unserer Unterstützung konzipiert werden kann und dann bis zum Ende der Ausbildung in der Umsetzung auch kommt.

00:19:42: Das ist dann wirklich bezogen auf die Einrichtung, die ich arbeite?

00:19:46: Und auf ein konkretes Thema, konkretes Problem was sich da bearbeiten möchte?

00:19:51: Genau!

00:19:51: Genau, oder wenn ich ehrenamtlich bin zu schauen für welche Struktur habe ich dann gedacht.

00:19:55: Ich mache die Ausbildung und was will ich da vielleicht auch einbringen?

00:19:59: Also es sind auch Ehrenamtliche aus Kirchengemeinden mit dabei, die zum Beispiel sich im Gemeindedienst engagieren als Lektorin oder als gemeine Kirchenratsvorsitzender und das die dann zB auch gucken.

00:20:12: Was hab' ich denn hier gerade für einen Wirkkreis?

00:20:14: Was kann ich hier eindringen?

00:20:15: Was braucht die Gemeinde grade vielleicht auch?

00:20:17: Was sind Themen, die oben

00:20:18: aufliegen?".

00:20:19: Also ganz individuell geschaut am Ende entstehen da zwölf unterschiedliche Praxisprojekte.

00:20:24: Das heißt aber, dass es in dieser Fortbildung schon darum geht?

00:20:28: Es sind ja unterschiedliche Leute aus unterschiedlichen Einrichtungen die da kommen und bringen sie dann auch Beispiele mit von Situationen, die die erlebt haben... wo sie da standen und in dem Moment auch nicht genau wussten, wie spreche ich jetzt mit den Menschen um so einen Konflikt zu entschärfen.

00:20:46: Also kann man sich das so vorstellen?

00:20:47: Dass es auch um konkrete Situationen geht.

00:20:50: oder ist es mehr erstmal dieser Wissensunterbau und dann die Methodik, die vermittelt wird?

00:20:56: Es geht vordergründig schon,

00:20:58: um

00:20:59: Wissenvermittlungen und Methodenvermittlung umzustärken, um sprachfähig zu machen, um handlungsfähig Aber natürlich immer mit der Möglichkeit, wenn Menschen bereits Erfahrungen mitbringen.

00:21:11: Vielleicht für sie auch der Beweggrund waren diese Weiterbildung zu machen das auch zu besprechen.

00:21:16: also gerade wenn man an Themen dran ist passt sowas ja dann auch gut rein zu sagen jetzt wo wir uns die und die vorgehensweise vielleicht gerade anschauen oder den Themenkomplex anschauen folgendes habe ich erlebt da kann man natürlich daran gucken okay wie würde man jetzt in so einem Fall vorgehen?

00:21:33: weil es ja auch eine Greifbarkeit schafft für die Leute, die in der Weiterbildung sitzen.

00:21:37: Was fange ich am Ende eigentlich

00:21:39: damit an?

00:21:40: Wenn Sie es kurz zusammenfassen müssen – wenn ich jetzt diese Ausbildung oder diese Fortbildung gemacht habe und ich bin dann Demokratieberaterin – was kann ich dann?

00:21:49: Also was kann vielleicht besser als vor dieser Fortbildung?

00:21:54: Sie sind in der Lage sich zu positionieren, sie sind in erlage ihre Haltung zu formulieren.

00:21:59: Sie haben ein Netzwerk im Rücken, das Sie auch bestärkt immer wieder in genau diese Auseinandersetzungen, die dadurch entstehen auch reinzutreten.

00:22:08: Also ich würde sagen eine große Stärke ist es nicht mehr alleine mit dem Thema zu sein weil viele Menschen, die das machen glaube schon damit konfrontiert sind dass sie tendenziell merken ihr Umfeld ist kein guter Rückhalt was so ne Positionierung angeht.

00:22:22: Sie sind vielleicht in ihrer Einrichtung einer der wenigen die ganz klar sagt Dafür stehe ich und dagegen steh' ich aber auch.

00:22:30: Und dann gibt es halt immer uns als Projekt und das Netzwerk, um sich auch zurückzukoppeln, um von solchen Erlebnissen zu berichten und einen Raum zu haben wo ich das hinbringen kann und andere Menschen zu haben die ähnliches erleben.

00:22:42: Ich glaube dass das eine riesengroße Ressource ist Sich da verbinden zu können und auch gegenseitig zu stärken

00:22:49: Also so ne Sicherheit über das Netzwerk zu bekommen in diesem Bereich.

00:22:54: Das ist auch das, was viele Demokratieberatende berichten.

00:22:56: Dass dieses Bündnis

00:22:57: oder

00:22:58: das Netzwerk für sie sehr wertvoll ist.

00:23:01: aus genau diesen Gründen und ich würde auch sagen wenn Sie diese Ausbildung gemacht haben dann können Sie auch gut, wenn Sie mit rechten Aussagen, rechten Parolen konfrontiert sind, gut dagegen eintreten also in den Dialog gehen sagen Ich finde nicht gut was du sagst weil Ich stehe für was anderes.

00:23:22: Bekommen Sie dann manchmal Rückmeldung von Leuten, die teilgenommen

00:23:25: haben

00:23:25: und sagen hey ich hatte jetzt echt eine schwierige Situation und ich habe mich einfach sicher gefühlt damit umzugehen weil ich diese Fortbildung

00:23:34: gemacht habe?

00:23:35: Ja regelmäßig also.

00:23:36: man muss dazu sagen dass wir ein sehr enges Verhältnis zu unserem Bündnis haben.

00:23:40: Also wir bilden jetzt seit gut zehn Jahren Menschen aus.

00:23:43: das waren insgesamt über hundertzwanzig Personen Und durch Renteneintritt Wegzug, Einrichtungswechsel sind wir aktuell über ungefähr siebzig aktive bei unserem Netzwerk.

00:23:55: Da sind wir mit einigen enger und anderen weniger eng.

00:23:58: das hat auch ganz viel damit zu tun wieviel die sich einbringen, an uns wenden und teilen neben dem was wir anbieten.

00:24:05: Aber ich würde sagen, wir haben so einen sehr harten Kern von ungefähr dreißig Personen mit denen wir wirklich regelmäßig im Austausch stehen die wir auch immer noch auf unseren Bündnis Treffen sehen wo wir zwei Tage miteinander verbringen.

00:24:18: Und gerade bei diesen Begegnungen also den Bündnis treffen oder auch Telefonate wo wir mal anrufen, wo die uns mal anrufen ist das immer wieder ein Thema dass sie erzählen was sie in den Regionen erleben.

00:24:29: Das muss nicht immer nur Arbeitskontext sein, also es gibt einfach auch Regionen wo man das privat erlebt und wo ganz oft die Rückmeldung ist.

00:24:37: Ich habe mich bestärkt gefühlt weil ich dieses Wissen an der Hand habe – ich hatte eine Antwort!

00:24:42: Also es hat mich nicht in so einer Ohnmacht überwältigt was glaube ich ganz oft passiert und auch finde ich ganz doll verständlich ist wenn man in dem Thema nicht drin steckt.

00:24:52: aber dadurch dass sich damit beschäftigt habe Konnte ich reagieren?

00:24:56: Ich war sofort in der Lage, etwas zurückzugeben.

00:25:00: Wenn wir jetzt mal auf die anstehende Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gucken ... Die Umfragewerte der AfD muss ich Ihnen nicht sagen.

00:25:08: Das ist nach wie vor beunruhigend.

00:25:10: viele Leute gucken mit großer Sorge auf diese Wahl auch Menschen aus dem diakonischen und kirchlichen Bereich.

00:25:17: Wie sehen Sie das wenn sie darauf Schauen vor dem Hintergrund dass die AfD ja auch angekündigt hat bestimmten Initiativen-Organisationengruppen finanziell, also finanzielle Mittel zu nehmen.

00:25:33: Gerade was eben der Bereich Demokratiebildung und Demokratieförderung angeht.

00:25:39: Könnten ja Sie mit diesem Projekt Demokratiegewinn auch betroffen sein?

00:25:43: Das wissen wir jetzt alle nicht.

00:25:44: das ist ja alles auch bei Leibe nicht konkret aber es gibt ja solche Ankündigungen.

00:25:51: Wie blicken Sie darauf?

00:25:53: Ich gucke damit Sorge drauf, weil ich stark davon ausgehe, dass es diese Landschaft unfassbar doll einkürzen würde.

00:26:01: Wenn ich mir das anschaue und das sogenannte Regierungsprogramm anschae, dann habe ich eine Idee davon was nach den Wahlen mit zivilgesellschaftlichen Initiativen die sich für Demokratie einsetzen passieren könnte.

00:26:16: Ich sag's mal noch in der Möglichkeit zu formen.

00:26:18: Und das kann nur besorgniserregend sein, also da muss ich mir nur diesen Passus anschauen wo sie schreiben dass man Fördermittel nur noch bekommt wenn man sich auf eine patriotische Überzeugung verpflichtet.

00:26:33: Ich glaube so ähnlich haben Sie es formuliert.

00:26:36: dann wird es viele Initiativen und Vereine geben die das nicht tun werden oder nicht tun können oder für sich zumindest überlegen.

00:26:43: wenn ich das mache was heißt das für meine Arbeit?

00:26:45: Das heißt, die Struktur um uns herum wird dann wegbrechen.

00:26:49: Wir selber haben den großen Vorteil, dass wir zu achtzig Prozent über Bundesmittel finanziert sind.

00:26:54: Das heißt und betrifft das erst mal nur in der Co-Finanzierung von sieben Komma fünf Prozent.

00:27:00: Das ist ein überschaubarer Betrag wenn wir auf unsere Fördersumme gucken.

00:27:04: Das heisst da kann man immer noch schauen was macht man mit diesen Sieben Kommas fünf Prozent?

00:27:08: Kriegt man die eingekürzt findet man andere Drittmittellgeber war sich ehrlich gesagt ein Stück weit an Zweifel weil alle werden neue Fördermittelgeber suchen, die noch was für sie frei machen.

00:27:20: Das heißt diese Landschaft um uns herum wenn es auch uns selber gar nicht betreffen sollte oder wir das zumindest abgepuffert bekommen, wird abnehmen und das ist natürlich auch ein riesengroßes Problem weil wir genau diese anderen Strukturen für unsere Arbeit ja auch brauchen.

00:27:35: also es funktioniert nicht wenn's nur uns gibt

00:27:38: als Insel

00:27:39: sozusagen

00:27:39: gibt.

00:27:40: Genau

00:27:41: Was fürchten Sie?

00:27:43: für so ein gesellschaftliches Zusammenleben, wenn man überlegt dass es eben dann solche demokratischen Initiativen oder Initiatifen die sich für Demokratie, Vielfalt, für Menschenfreundlichkeit einsetzen.

00:27:57: Wenn's die nicht mehr in der Anzeige geben wird?

00:28:00: glauben Sie das ich sowas auch auf ein gestschaftliches Miteinander auswirken kann?

00:28:06: Ja mit Sicherheit also weil bestimmte Räume wegbrechen.

00:28:12: Also zivilgesellschaftliche Initiativen machen ja immer Räume auf, in denen Mitbestimmung und Teilhabe in den Diskussionen stattfinden kann.

00:28:21: Und genau diese Punkte sind ja die, die da nicht mehr gewollt sind.

00:28:25: also es soll nicht mehr dieser Vielfalt die Diskussion, die Teilhaben aller geben.

00:28:33: Wenn das wegbricht dann verändert das natürlich unser gesellschaftliches Miteinander.

00:28:38: Es wird bestimmte in der regionalisierte Gruppe geben.

00:28:42: Für die gibt es bestimmte Räume nicht mehr, für die wird das Leben im Sachsen-Anhalt eingeschränkt ja wenn nicht sogar bedrohlicher weil sie vielmehr Anfeindungen ausgesetzt sein werden aber vielleicht auch Strukturen die vorher Rückhalt gegeben haben wegbrechen.

00:29:00: und Aus meiner Perspektive würde ich sagen dass das gesellschaftliches Miteinander verändert Weil viel mehr Vereinzelung passiert viel mehr weggedrängen passiert und es einfach insgesamt weniger Beteiligung geben wird.

00:29:20: Und dann reichen wahrscheinlich auch, wie viele Demokratieberater haben Sie jetzt gesagt?

00:29:25: Das reicht dann wahrscheinlich nicht mehr aus.

00:29:28: dabei ist man

00:29:30: ja und wer hat also wie viele davon werden den Mut und die Kraft behalten sich immer wieder aufzulehnen?

00:29:38: Ich persönlich erfahre das selber noch nicht, ich bekomme aber im Umfeld schon mit des Anfeindungen und Bedrohungslagen einfach zunehmen.

00:29:46: Und da muss ja jeder für sich auch immer wieder in diese Prüfung gehen von wie viel Mut habe ich?

00:29:53: Wieviel Kraft habe ich mich dem immer wieder auszusetzen und wie gefährlich wird es für mich

00:30:00: auch!

00:30:01: Aber das heißt, sie bekommen jetzt schon manchmal Rückmeldungen von Menschen die Demokratieberatung machen.

00:30:09: Die bedroht werden wegen dieses Engagements?

00:30:13: Also ich finde bei uns im Netzwerk ist es wirklich nachruhig also aus unserem direkten Bündnis bekomme ich das nicht viel mit.

00:30:23: Mir fallen mal so ein, zwei Einzelfälle ein wo es ganz leichte Formen gibt.

00:30:27: Wo jemand sich vielleicht schon mal Sorgen macht.

00:30:28: okay ich bin überall mit Name und Bild bekannt.

00:30:31: jetzt wurde im Umfeld irgendwie Adressen von engagierten Menschen im rechten Milieu geliegt.

00:30:36: was heißt das für mich eigentlich?

00:30:37: also da ist noch gar keine direkte Kontrolle da.

00:30:41: aber man nimmt es um sich herum war dass zumindest Erkennbar wird, dass sowas kommt oder dass es das zumindest in anderen Bereichen schon gibt.

00:30:51: Ich glaube auch, dass wir noch so weit in der gesellschaftlichen Mitte von außen eingeordnet werden, dass es uns nicht als erste trifft.

00:31:00: Aus Ihrer Sicht... Es gibt ja viele Bündnisse in Sachsen-Anhalt.

00:31:04: Verschiedene Bündnisse.

00:31:04: Sachsen Anhalt wählt offen zum Beispiel ihr Bündnis was sie mehrfach genannt haben und andere Initiativen die für Demokratie Menschen würde auf die Straße gehen.

00:31:16: Passiert genug aus ihrer Sicht?

00:31:19: Oder kann man sagen, es ist nie genug umgeben Rechtsextremismus vorzugehen?

00:31:25: Das kann ich auf so einer ganz persönlichen Ebene beantworten, dass ich das total dafür worte und gut finde, dass es dort gerade ganz viele Menschen gibt, die Haltung beziehen, die ganz klare Worte dafür finden, wofür sie stehen.

00:31:42: Ich finde auch, dass diese Sichtbarkeit wichtig ist.

00:31:45: Also das wir nicht dieses Gefühl haben was glaube ich ganz oft aufkommt die Mehrheit für die AfD und damit für autoritäre und antidemokratische Strukturen sondern dass es dort eine Gegenstimme gibt von... Ne!

00:32:01: Es gibt immer noch eine große Menge Menschen die dagegen steht Und die genau das nicht möchte und der kann mich auch anschließen Das sind gar nicht so wenige.

00:32:13: Deshalb glaube ich, dass diese Bündnis an dieser Sichtbarkeit und diesen ganzen Kampagnen die laufen aus meiner ganz persönlichen Sicht da wichtig sind.

00:32:22: Ich denke, die braucht man wahrscheinlich auch gerade in so einer Zeit wo viel Hochkocht, wo viel Unsicherheit besteht.

00:32:29: solche Synergien einen Zusammenhalt verschiedener Initiativen um eben mit Hoffnung und einfach auch positiv in die Zukunft zu gucken weil Sie haben es schon gesagt ist bringt ja auch nichts wenn man immer nur Gott oh Gott sagt wie das Kaninchen vor der Schlange ängstlich abwartet, was passiert.

00:32:46: Das heißt mit ihren Initiativen und den Projekten arbeiten sie ja eigentlich auch für diese Hoffnung?

00:32:52: Absolut!

00:32:53: Und ich würde sogar sagen gar nicht so wahl- und parteilbezogen, wie vieles gerade passiert sondern das, was wir hier machen ist eine wertorientierte Arbeit.

00:33:04: Eine Arbeit sind ja die Demokratieförderung unabhängig von diesen Wahlen, die jetzt anstehen.

00:33:09: Die aber natürlich einen großen Einfluss darauf werden.

00:33:12: Genau das heißt wir wollen natürlich genau diese Hoffnung und dieses setzt euch weiter für Demokratie ein und bleibt im Austausch und gestaltet zusammenleben miteinander.

00:33:22: dafür wollen wir natürlich eintreten und dafür wollen ja auch eintretend wenn es Jahr zwanzig sechsundzwanzig vorbei ist weil wir sind ein Projekt was bis zwanzich neunundzwannzig läuft also Uns wird's auch danach noch geben.

00:33:36: Auf jeden

00:33:37: Fall!

00:33:38: Genau, und dafür brauchen wir Hoffnung.

00:33:40: Wir wollen ja auch danach nach Arbeit haben ne?

00:33:43: Das passt gut zu meiner letzten Frage die wir allen immer stellen bei uns im Podcast der ja gerührt und geschüttelt heißt.

00:33:52: also vielleicht als erstes die frage was hat sie in der jüngsten Vergangenheit besonders durchgeschüttet?

00:34:01: mich schütteln gerade immer wieder aufs neue alle Analysen rund um diese Wahl.

00:34:07: Mich schüttelt dieses sogenannte Parteiprogramm und das Gesellschaftsbild, und das Regierungspild was dort gezeichnet wird.

00:34:15: mich schüttern Analys die darauf basieren.

00:34:18: also als ich diesen Sex-Anhalt-Szenario gelesen habe da hat es mich geschüttelten.

00:34:25: Und nun habe ich auch einen Job, wo man sich tagtäglich damit beschäftigt.

00:34:29: Wir kommen dem nicht so...

00:34:30: Ich komme dem gar nicht und ich kann jetzt auch nicht sagen es war der eine Moment letzte Woche sondern das ist so ein Grundschutell

00:34:37: drin.

00:34:38: Stimmt.

00:34:39: Aber es gibt ja auch noch die andere Frage was hat sie gerührt?

00:34:43: Mich rührt es zu sehen wie viele Menschen sich gerade darum Gedanken machen wie's weitergehen können und die eine Bereitschaft entwickeln für eine demokratische Gesellschaft um alles was ja mit einher geht aufzustehen und zu sehen wie unser Bündnis einen Zusammenhalt hat.

00:35:02: Und zu sehen, was dort für tolle Menschen drin sind die sich taktiklich immer wieder neue hinstellen und Diskussionen führen ins Gespräch gehen, Initiativen initiieren das ist einfach toll!

00:35:14: Das macht sehr viel Spaß und deshalb mache ich diese Arbeit auch so gerne weil sie mich immer wieder aufs Neue anrühren kann.

00:35:23: auch diese Hoffnung so sehr bestärkt, dass wir dann noch ganz viel bewegen können.

00:35:29: Ist doch ein schönes Schlusswort!

00:35:30: Dann danke ich Ihnen, Lydia Rheinwart

00:35:32: von

00:35:33: der Diakonie Mitteldeutschland und dem Projekt Demokratie Gewinn.

00:35:38: Herzlichen Dank für das

00:35:39: Gespräch

00:35:40: und hoffen wir einfach das Beste.

00:35:42: Vielen Dank fürs

00:35:49: Gespräch.

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